GDI

Geodateninfrastruktur ist eine Infrastruktur bestehend aus Geodaten, Metadaten und Geodatendiensten, Netzdiensten und -technologien, Vereinbarungen über gemeinsame Nutzung, über Zugang und Verwendung sowie Koordinierungs- und Überwachungs-mechanismen, -prozesse und -verfahren mit dem Ziel, Geodaten verschiedener Herkunft interoperabel verfügbar zu machen.

    (§ 3 Abs. 5 GeoZG)

Geodateninfrastrukturen

Derzeit werden auf verschiedensten Hierarchieebenen Geodateninfrastrukturen aufgebaut. Dabei reicht das Spektrum der Anwender von kleinen Gemeinden auf lokaler Ebene bis zu Industriekonzernen, die auf internationaler Ebene agieren. Gründe hierfür sind die Vorteile, die sich für die Nutzer der Geodateninfrastrukturen ergeben. Zu diesen Vorteilen gehören unter anderem die effizientere Datennutzung, verringerte Datenproduktionskosten sowie ein wesentlich verbesserter Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Institutionen und Domänen. Eine zusätzliche Dynamik erfährt das Thema durch die INSPIRE-Richtlinie der Europäischen Kommission (INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe), die den Aufbau einer europäischen Geodateninfrastruktur bis 2021 (siehe Roadmap) verpflichtend für alle Mitgliedsstaaten fordert. Durch diese werden die Mitglieder angehalten, nationale Geodateninfrastrukturen aufzubauen und zu betreiben sowie gemäß den Durchführungsbestimmungen einen fest definierten Katalog von Geodaten und Geodiensten flächendeckend bereitzustellen. Dabei erstrecken sich die Themenfelder für die vorzuhaltenden Daten bis in den kommunalen Bereich.

Ziele der GDI-Testplattform

Das Forschungsvorhaben GDI-Testplattform INSPIRE-kommunal schafft eine Plattform für den interdisziplinären Wissenstransfer im Bereich der Geodateninfrastrukturen. Es werden beispielhaft kommunale Arbeitsprozesse als GDI-Workflows implementiert und anschließend allgemein verständlich präsentiert. Treten bei der Umsetzung unterschiedlicher GDI-Anwendungsszenarien Probleme auf, so werden diese durch die Plattform aufgezeigt und erste Lösungsmöglichkeiten können prototypisch erarbeitet werden.

Weiterhin wird im Rahmen von Fortbildungs- und Demonstrationsveranstaltungen Interessenten aus den unterschiedlichsten öffentlichen Verwaltungsebenen bzw. der Industrie die Möglichkeit gegeben werden, eine GDI in verschiedenen Testszenarien kennenzulernen und eigene Erfahrungen in Praxisworkshops zu machen.
Dieses Portal (www.gdi-testplattform.de) bildet den Einstieg zur Testplattform und dient als zentrales Kommunikationsmedium über die Projektinhalte. Derzeit stellt es noch ein reines Informationsportal dar. Zukünftig werden aber mehr und mehr Interaktionen integriert.
Weiterhin sind in der Testplattform verschiedenste Knoten einer GDI mit den dazugehörigen Daten und Diensten eingebettet. Diese können dann über das Internet in eine verteilte Kommunikationsumgebung eingegliedert werden. Ergänzend hierzu können externe Dienste in die verschiedenen Szenarien mit eingebunden und so die Arbeitsweise einer GDI wirkungsvoll demonstriert werden. Das neuartige an dieser Testplattform ist die Integration der Dienste in exemplarische kommunale Arbeitsabläufe mit Hilfe einer Prozesssteuerungssoftware. Insbesondere die Prozessintegration zeigt den Mehrwert, der sich aus einer verteilten Dienstearchitektur ergibt und macht die Thematik Geodateninfrastruktur für den Anwender verständlich.

Zusätzlich nutzt der Workshop Basiswissen GDI die Dienste und Anwendungen der GDI-Testplattform um in den praxis Blöcken die grundlegenden Mechanismen einer GDI duch die Teilnehmer selbst erproben zu können.